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Das potenzielle Marktgebiet Grevens

Seit knapp zehn Jahren werden im Standortatlas der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ausgewählte Daten für alle einzelhandelsbedeutsamen Städte und Gemeinden der Bundesrepublik Deutschland veröffentlicht. Dieser Standortatlas ist eine Entscheidungshilfe, wenn es um die Ansiedlung von Einzelhandelsunternehmen geht.

Übersichtskarte: Potenzielles Marktgebiet Greven

Übersichtskarte: Potenzielles Marktgebiet Greven
Dunkelrot ist das Stadtgebiet mit mittlerweile fast 35 000 Einwohnern. Die gelbliche Fläche ist der Bereich Zone 2. Das Einzugsgebiet erstreckt sich in nordöstlicher Richtung bis zu den Gemeinden Saerbeck und Ladbergen, in westlicher Richtung bis zur Gemeinde Nordwalde.

Erläuterung der von der GfK verwendeten Begriffe

Marktgebiet und Marktgebietskarte
GfK PRISMA Marktgebiete beschreiben den potenziellen Verflechtungsbereich des Innenstadtangebots einer Stadt. Verschiedene sozioökonomische Parameter bestimmen die Struktur und Ausdehnung der Marktgebiete. Die wichtigsten Faktoren sind:

  • Zentralörtliche Bedeutung und Funktionen (Angebotsqualität und -dichte, Einzelhandelsstruktur, Attraktivität der Konkurrenzstandorte)
  • Siedlungsräumliche Grundstruktur der betrachteten Stadt
  • Regionale räumliche Siedlungs- und Wirtschaftsstrukturen (Charakteristik der Stadt-Umland-Beziehungen, topographische Gegebenheiten, historische und wirtschaftsräumliche Bezüge, landsmannschaftliche Barrieren)
  • Qualität der regionalen Verkehrserschließung (MIV und ÖPNV)
  • Kleinräumige Erreichbarkeit der Innenstädte

Je nach Größe des Marktgebietes werden bis zu drei Intensitätszonen abgebildet (für Greven sind es zwei). Als Zone I wird dabei einheitlich das jeweilige Stadtgebiet abgegrenzt. Darüber hinaus werden für das weitere Marktgebiet maximal zwei Zonen gebildet. Das ist insbesondere bei Oberzentren mit großer Reichtweite notwendig.
Mit zunehmender Distanz von der betrachteten Stadt nimmt deren Marktabschöpfung ab. Wo die Marktabschöpfung eines Konkurrenzstandortes stärker als die der betrachteten Stadt wird, ist dieser Bereich primär für das betreffende Konkurrenzzentrum von Relevanz. Die Abgrenzung der Marktgebiete erfolgt auf Basis der Auswertung aller vorliegenden Informationen, Studien und Expertengespräche zu örtlichen und regionalen Einzelhandelsstrukturen sowie der Analyse statistischer Kennziffern. Fallweise wird "vor Ort" recherchiert.

Bevölkerungsstrukturdaten
Im sozioökonomischen Datenkranz zu den Marktgebieten sind die Bevölkerungsstrukturdaten nach Zielgruppenrelevanz ausgesucht. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen (bis unter 18 Jahre) sowie Personen von 18 bis 64 Jahre gibt Hinweise auf in ihrem Konsum unterschiedliche Bevölkerungsgruppen. Überdurchschnittliche Anteile an Kindern und Jugendlichen sind zum Beispiel mit Blick auf die hohe Nachfrage in den Segmenten Young Fashion, Unterhaltungselektronik, Neue Medien von Bedeutung.
Der Anteil der Senioren (Bevölkerung ab 65 Jahre) gewinnt aufgrund der Bevölkerungsentwicklung ("Alterung") in Deutschland für das Einzelhandelsmarketing zunehmend an Bedeutung.

Anteil ausländischer Mitbürger
Der Anteil ausländischer Mitbürger kann ein Hinweis auf besondere Sozialstrukturen mit niedriger Kaufkraft sein, andererseits aber auch auf eine hohe Internationalität und spezifische Nachfragesituation des Standortes hinweisen.

Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote im Marktgebiet weist auf strukturelle Risiken hin. Hohe Arbeitslosenquoten können Indiz für eine mittel- bis langfristig eher eingeschränkte Entwicklung der Kaufkraft sein.

PKW-Dichte
Die PKW-Dichte je 1.000 Einwohner dient als Indikator für die Mobilität der Bevölkerung im Marktgebiet. Bei der Interpretation ist regelmäßig zu beachten, dass ländliche Räume meist durch einen relativ hohen PKW-Ausstattungsgrad gekennzeichnet sind, während in Ballungsräumen unterdurchschnittliche PKW-Ausstattungsgrade auf gut ausgebaute ÖPNV-Netze hinweisen.

Ladeneinzelhandelsrelevante Kaufkraft
Die einzelhandelsrelevante Kaufkraft gibt an, welcher Einkommensbetrag den Verbrauchern von ihrem verfügbaren Einkommen für Ausgaben im Einzelhandel zur Verfügung steht. Von den Gesamtausgaben werden jene abgezogen, die für Wohnen, Urlaub, Freizeit, Vermögensbildung etc. verwendet werden.
Die ladeneinzelhandelsrelevante Kaufkraft berücksichtigt nur jenes Volumen, das im stationären Einzelhandel ausgegeben wird, Ausgaben für Versandhandel und e-commerce (Einkauf über das Internet oder andere Online-Medien) werden warengruppenspezifisch bereinigt. Außerdem sind für Apotheken nur die "rezeptfreien" Umsatzanteile berücksichtigt.
Die ladeneinzelhandelsrelevante Kaufkraft wird zusätzlich nach Warengruppen und Marktgebietszonen ausgewiesen.

Vergleich ausgewählter Daten mit dem Bundesdurchschnitt und Nachfragevolumen

Die Marktanalyse weist einige signifikante Abweichungen vom Bundesdurchschnitt auf.

  1. Der Anteil der Bevölkerung unter 18 Jahren liegt knapp 18 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Das heißt, dass das Potenzial besonders in den Segmenten Young Fashion, Unterhaltungselektronik und Neue Medien sehr hoch ist.
  2. Die Anzahl "ausländischer Mitbürger" liegt um 32,1 Prozent niedriger als im Bundesdurchschnitt. Nach Einschätzung der GfK könnte das auf eine deutlich höhere Kaufkraft im Marktgebiet hindeuten.
  3. Der Anteil der Arbeitslosen liegt um 33 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Für Greven bedeutet das: Ein besonders geringes strukturelles Risiko und eine mittel- bis lanfristig positive Entwicklung der Kaufkraft.

Nachfragevolumen

  1. Zum potenziellen Marktgebiet zählt die GfK mehr als 56.000 Personen. Davon entfallen auf das Stadtgebiet mehr als 34.000 und auf die Zone II knapp 22.000.
  2. Das gesamte ladeneinzelhandelsrelevante Nachfragevolumen beträgt nach GfK-Angaben 256,4 Millionen EUR. Davon entfallen 158,6 Millionen EUR auf die Zone I (Stadtgebiet) und 97,8 Millionen EUR auf die Zone II.
  3. Die nachfragestärkste Warengruppe ist der Bereich Nahrungs- und Genussmittel mit insgesamt 94,8 Millionen EUR (58,3 Millionen EUR in Zone I und 36,5 Millionen EUR in Zone II).
  4. Es folgen die Warengruppen
  • Heimwerker- und Gartenbedarf, Autozubehör (inkl. zoologischer Bedarf, Fahrräder) mit 30,1 Millionen EUR
  • Möbel, Einrichtungsbedarf, Haus- und Heimtextilien mit 27 Millionen EUR und
  • Bekleidung und Textilien mit 25,2 Millionen EUR

Bewertung Grevens als Marktstandort

Greven weist eine Reihe sehr positiver Standortfaktoren auf. Sie attestieren der Stadt im Vergleich zum Bundesdurchschnitt eine positive Entwicklung des Nachfragevolumens und ein sehr geringes Standortrisiko.
Dass mit dieser positiven Einschätzung auch für die Zukunft zu rechnen ist, zeigt die erfreuliche Bevölkerungsentwicklung. Trotz nachrückender "geburtenschwacher Jahrgänge" wächst Greven kontinuierlich weiter. Und das ist keineswegs nur darauf zurückzuführen, dass immer mehr Menschen immer älter werden, wie die Statistik der bis 18-jährigen deutlich beweist. In dieser "jüngsten" Bevölkerungsgruppe liegt Greven deutlich über dem Bundesdurchschnitt.
Die Nähe zum Oberzentrum Münster erweist sich eindeutig nicht als Standortnachteil. Durch sein eigenes Profil und die breite Angebotspalette ist Greven für Nachbargemeinden im Westen und Nordosten eine sehr interessante Einkaufsstadt. Dazu trägt auch das reichhaltige und kostenlose Parkplatzangebot bei.

(GfK-Standortanalyse von 2009)


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