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Frackingfreie Gemeinde Greven

Logo "Frackingfreie Gemeinde"
Die Stadt Greven beteiligt sich an der bundesweiten Aktion "Frackingfreie Gemeinden". Das hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt des Rates der Stadt Greven in seiner Sitzung am 03. September 2015 beschlossen. Er ist damit einem Bürgerantrag gefolgt.

Der Beschluss des ASU

Beschluss des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt des Rates der Stadt Greven vom 03.09.2015:

"Die Stadt Greven beteiligt sich an der bundesweiten Aktion "Frackingfreie Gemeinden" der Umweltverbände NABU, DNR, BUND und PowerShift.

Der Beschluss zur Beteiligung an der Aktion soll mit dem Logo "Frackingfreie Gemeinde" auf der Internetseite der Stadt Greven bekanntgemacht und an den BUND zur Veröffentlichung weitergegeben werden.

Herr Bürgermeister Peter Vennemeyer wird aufgefordert, der Landesregierung die mit der Teilnahme zum Ausdruck gebrachte Haltung des Rates der Stadt Greven mitzuteilen."

Durch die Unterstützung der bundesweiten Aktion "Frackingfreie Gemeinden" positioniert sich die Stadt Greven gegen die mit zahlreichen Risiken für Umwelt und Gesundheit verbundene Technologie zur Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten. Diese widerspricht zudem dem Klimaschutzziel der Stadt Greven, die Energiewende zu unterstützen, indem fossile Energieträger durch erneuerbare Energien ersetzt werden.

Diese politische Willenserklärung soll als Impulsgeber für die Diskussion in der Bevölkerung dienen und den politischen Entscheidungsträgern von Bund, Ländern und Europäischer Union die lokalen und regionalen Widerstände aufzeigen.

Fracking - Erdgasgewinnung aus unkonventionellen Lagerstätten

Auch in Deutschland werden nennenswerte Vorkommen unkonventioneller Erdgaslagerstätten vermutet. Diese befinden sich in Schieferformationen, Kohleflözen und dichten Sandsteinlagerstätten, bei denen die Durchlässigkeit sehr gering ist. Daher müssen für die Gewinnung von Erdgas zusätzliche Wege geschaffen werden. Dazu wird über Tiefbohrungen das Gestein der Lagerstätte mit hohem Wasserdruck aufgebrochen („gefrackt“) (Quelle: Umweltbundesamt UBA).

Insbesondere wegen dieser Technologie, dem sogenannten "Fracking" ist die Aufsuchung und Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten umstritten. Die potenziellen Risiken sind insbesondere wegen des Chemikalieneinsatzes und der Entsorgung des anfallenden Abwassers (Flowback) derzeit nicht abschätzbar. Die Fracking-Fluide bestehen aus einer Vielzahl teilweise hochtoxischer Substanzen, die nicht vollständig zurückgewonnen werden können.

Geplante neue Fracking-Regelung der Bundesregierung

Wegen der vielen unkalkulierbaren Risiken für Umwelt und Gesundheit will die Bundesregierung das Fracking streng beschränken und hat daher einen Entwurf zur Änderung der relevanten Gesetze erarbeitet, der am 1. April 2015 auf den parlamentarischen Weg gebracht worden ist.

Der Entwurf dieses "Gesetzes zur Änderung wasser- und naturschutzrechtlicher Vorschriften zur Untersagung und zur Risikominimierung bei den Verfahren der Fracking-Technologie" folgt dem Grundsatz: Der Schutz der Gesundheit und der Schutz des Trinkwassers haben absolute Priorität. Das Fracking wird in allen sensiblen Gebieten zur Trinkwassergewinnung und des Naturschutzes ausgeschlossen. Auch außerhalb sensibler Gebiete werden oberhalb von 3000 Metern Fracking-Vorhaben im Schiefer- und Kohleflözgestein grundsätzlich verboten (Quelle UBA).

Resolutionen gegen Fracking

Nicht nur bei den Umweltverbänden, sondern auch in Landkreisen, Städten und Gemeinden wächst der Widerstand gegen Fracking. In den Stadt- und Gemeinderäten wird über die Risiken und Gefahren diskutiert und es wurden verschiedene Resolutionen verabschiedet.

Zahlreiche Kommunen, politische Parteien, Unternehmen und Umweltverbände haben zum Beispiel die "Korbacher Resolution" der Bürgerinitiativen gegen Fracking vom Mai 2013 unterzeichnet.

Der Rat der Stadt Greven hat im Zusammenhang mit dem Antrag der ExxonMobil (Vorlage 105/2014): am 14.05.2014 beschlossen:

Die Stadt Greven hat sich durch den Beschluss zur Umsetzung ihres integrierten Klimaschutzkonzeptes für den Ausbau erneuerbarer Energien und die Reduzierung der CO2-Emissionen ausgesprochen. Sie unterstützt damit die Ziele der Bundesregierung (Energiewende) und somit die Substitution fossiler Energieträger durch erneuerbare Energien. Die Gewinnung von unkonventionellen Erdgasvorkommen einschließlich ihrer Erkundung widerspricht somit den Klimaschutzzielen der Stadt Greven.

Der Rat der Stadt Greven lehnt die Anwendung der Fracking-Technologie zur Erkundung und zur Gewinnung unkonventioneller Erdgasvorkommen wegen der bisher nicht abschätzbaren Umweltrisiken prinzipiell und insbesondere auf den Stadtgebiet von Greven ab und fordert die Bezirksregierung Arnsberg auf, die beantragte Verlängerung der Erlaubnis zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen zu gewerblichen Zwecken in dem Feld "Nordrhein-Westfalen Nord" nicht zu erteilen.

Die Aktion "Frackingfreie Gemeinde"

Die bundesweite Aktion "Frackingfreie Gemeinde" wurde im Dezember 2014 von den Umweltverbänden Nabu (Naturschutzbund Deutschland), DNR (Deutscher Naturschutzring), BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und PowerShift (PowerShift für eine ökologisch-solidarische Energie- und Weltwirtschaft e.V.) initiiert. Sie soll den politischen Entscheidungsträgern der Bundesregierung und im Europäischen Parlament die lokalen und regionalen Widerstände aufzeigen.

Teilnehmende Gemeinden werden auf den Internetseiten des BUND registriert und in eine Liste sowie eine Deutschlandkarte aufgenommen.


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Der ASU der Stadt Greven hat beschlossen, sich der Aktion "frackingfreie Gemeinde" anzuschließen. (Foto: WN/Monika Gerharz)
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