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Elektronisch gesteuerte Poller schützen die Fußgängerzone

Schild "Fußgängerzone"
Die Alte Münsterstraße und die Marktstraße in Greven sind als Fußgängerzonen ausgewiesen. D.h. sie dürfen - außer in besonderen Ausnahmefällen - nur während der offiziellen Lieferzeiten zwischen 8:00 und 11:00 Uhr von Lieferfahrzeugen befahren werden. Außerhalb der Lieferzeiten schützen elektronisch gesteuerte Poller die Fußgängerzone vor durchfahrenden PKW und LKW.

Warum wurden die Poller installiert?

Die Stadt Greven hat es sich zum Ziel gesetzt, die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu verbessern und insbesondere die Fußgängerzone für alle Besucher*innen attraktiver zu machen. In diesem Zusammenhang sind in den vergangenen Jahren zum Beispiel der Niederort und der Marktplatz erfolgreich umgestaltet worden. Es wurden dort und in der gesamten Fußgängerzone zusätzliche Sitzmöglichkeiten geschaffen, außerdem neue Baumstandorte und es kamen Leuchten, besondere Sitzelemente mit Hinweisen auf die Stadtgeschichte und neue Müllbehälter dazu. Auch die Spielpunkte (z.B. im Niederort und am Fritz-Pölking-Platz) wurden komplett erneuert. Die Fußgängerzone besteht im Wesentlichen aus den Straßen Markstraße und Alte Münsterstraße. Dort haben Fußgänger absoluten Vorrang. Wenn es nicht durch zusätzliche Verkehrszeichen erlaubt wird, darf hier nicht gehalten oder geparkt werden. Nur ganz wenige Autofahrer*innen haben die Berechtigung, durch die Fußgängerzone zu fahren. Radfahrern ist es zwischen 8:00 und 19:00 Uhr ebenfalls untersagt. Zur Belieferung der Geschäfte dürfen Lieferverkehr und Taxen werktags für drei Stunden am Vormittag die Fußgängerzone befahren.

Im Zuge der Arbeiten für das integrierte Handlungskonzept Innenstadt (iHk) ist deutlich geworden, dass die Fußgängerzonen Marktstraße und Alte Münsterstraße trotz bestehender Durchfahrverbote häufig unberechtigt von Autofahrer*innen genutzt werden. Die Verwaltung wurde deshalb frühzeitig beauftragt, ein umfassendes Konzept mit möglichen Maßnahmen zu erarbeiten, die geeignet sein könnten, den Fußgängerbereich in der Innenstadt besser zu schützen. Denn die Missachtung der geltenden Regelungen durch die Autofahrer*innen geht klar zu Lasten einer aufenthaltsattraktiven Innenstadt.

Die Stadt Greven kam zu dem Ergebnis, dass nur eine restriktive Maßnahme zur Lösung des Problems führt und schlug vor, versenkbare Poller zu installieren. Entsprechende Städtebaufördermittel zur Errichtung solcher Poller wurden beantragt. Am 22.05.2017 wurden Zuwendungen in Höhe von 66.500 Euro für die Maßnahme bewilligt. Am 31.08.2017 wurde vom Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) die Umsetzung der vorgestellten Planung beschlossen. Zudem wurde die Verwaltung beauftragt, einen Vorschlag zur Änderung der Lieferzeiten zu erarbeiten. Unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit wurde ein Gesamtkonzept erstellt. Es sieht die Installation von elektronischen Pollern vor, die während der Lieferzeiten heruntergefahren werden können, um so den Lieferverkehr für die Ladenlokale in der Fußgängerzone zu ermöglichen. Nach Ende der vorgegebenen Lieferzeiten werden die Poller laut Konzept wieder heraufgefahren. In begründeten Einzelfällen ist die Möglichkeit vorgesehen, einzelne Poller per Fernbedienung oder Schlüssel zu steuern, um so die Fußgängerzone ausnahmsweise befahren zu können. Vor allem Inhaber*innen von Stellplätzen, die nur über die Fußgängerzone angefahren werden können, sollen von dieser Möglichkeit Gebrauch machen können, außerdem die Kirche, die während ihrer Gottesdienstzeiten erreichbar bleiben soll. Kritisch angemerkt wurde, dass die Geschäfte und Praxen in der Fußgängerzone von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen nach Errichtung der Poller außerhalb der Lieferzeiten nur schwer zu erreichen sind. In der Sitzung des ASU am 01.03.2018 wurde der Beschluss zu den neuen Lieferzeiten in der Fußgängerzone in der Zeit von 8:00 bis 11:00 Uhr an Werktagen gefasst. Im Rahmen einer weiteren Beratung wurde am 23.05.2019 der Beschluss gefasst, die in dem Konzept beschriebene Sicherung der Fußgängerzone durch Poller umzusetzen.

Wie funktionieren die Poller?

Bei dem in der Fußgängerzone gewählten System handelt es sich um elektromechanische Poller. An jedem Standort befinden sich zusätzlich eine Steuersäule und eine bestimmte Anzahl von festen, schmaleren Pollern, abhängig von der Breite der Zufahrtsstraße. Sobald der mittig eingebaute versenkbare Poller ausgefahren wird, ist die Pollerreihe geschlossen, so dass kein Fahrzeug mehr durchkommt. Unter der Pflasteroberfläche liegen Induktionsschleifen zur Erkennung der ein- oder ausfahrenden Fahrzeuge. Die Poller werden mit einer entsprechenden Steuerung über eine Zeitschaltuhr automatisch herauf- oder heruntergefahren. Der Poller selbst verfügt über ein Blinklicht am Pollerkopf zur besseren Erkennbarkeit. Die Steuersäule, deren Design auch farblich zum Poller passt, ist mit einem rundum laufenden LED-Rot/Grün-Lichtkranz im Säulenkopf bestückt. Zeigt sie „Rot“, darf nicht durchgefahren werden, „Grün“ heißt freie Fahrt. Die LED‘s auf und seitlich am Pollerkopf signalisieren das Heben und Senken des Pollers. Sollte der Strom ausfallen, bewegt sich der Poller automatisch in die Parkposition und verschwindet im Boden. Während der Lieferzeiten (werktags von 8:00 bis 11:00 Uhr) befinden sich die Poller in der Parkstellung und sind im Boden versenkt. Eine Zufahrt zu Lieferzwecken ist damit möglich. Der LED- Lichtkranz im Säulenkopf zeigt „Grün“ an. Außer den Verkehrsregeln ist nichts weiter zu beachten!
Außerhalb der Lieferzeiten (also werktags vor 8:00 und nach 11:00 Uhr) darf die Fußgängerzone nur durch einen besonderen Personenkreis mit einer entsprechenden Ausnahmegenehmigung befahren werden. Die Ausnahmegenehmigung kann bei der Stadt Greven, Technische Betriebe Greven (s. u.) beantragt werden. Nutzer*innen einer Ausnahmegenehmigung für die Fußgängerzone können auch die Möglichkeit bekommen, die Poller selbst zu bedienen.

Außerhalb der Lieferzeiten (hochgefahrener Poller, rotes Licht) darf immer nur ein Fahrzeug den Bereich passieren. Mit einer von der Stadt ausgehändigten Funkfernbedienung (s. Abb.) kann der Poller heruntergefahren werden. Im Notfall, z. B. bei einer nicht funktionierenden Fernbedienung, kann der Poller an der Steuersäule auch durch einen Schlüsselschalter bedient werden. Achtung: Der Poller muss nach dem Einfahren wieder hochgefahren werden!

Dazu muss der Schlüssel erneut in den Schlüsselschalter der Steuersäule eingesteckt werden und nach links (gegen den Uhrzeigersinn) gedreht werden. Im Anschluss daran fährt der Poller unter Piepen und Blinken wieder hoch. Der LED- Lichtkranz im Säulenkopf zeigt „Rot“ an.

Ausfahren bei heraufgefahrenen Pollern

Die Ausfahrt aus der Fußgängerzone funktioniert automatisch. Beim Befahren der inneren Induktionsschleife (s. Abb. unten) fährt der Poller nach einer kurzen Wartezeit herunter und nach der Überfahrt der äußeren Schleife selbstständig wieder herauf.
Skizze Aufbau Pollerstandort mit Induktionsschleifen

Wer kann eine Zufahrtberechtigung bekommen?

Die Gestaltung der Fußgängerzone orientiert sich klar an den Bedürfnissen der Fußgänger. Deshalb dürfen nur wenige und ganz bestimmte Personengruppen mit Fahrzeugen durch die Fußgängerzone fahren. Dafür brauchen sie grundsätzlich eine sogenannte Ausnahmegenehmigung, die bei der Stadt Greven (Technische Betriebe Greven) zu bekommen ist.
Die in Greven ausnahmsweise zugelassenen Personengruppen sind folgende:


a) Dauerhafte Ausnahmegenehmigungen (gem. § 46 der Straßenverkehrsordnung)

• Anlieger mit Zufahrt aus der Fußgängerzone
Anlieger der Fußgängerzone (Markstraße, Alte Münsterstraße), deren Grundstücke über eine Zufahrt nur von hier erschlossen sind, können eine dauerhafte Ausnahmegenehmigung zum Befahren der Fußgängerzone erhalten. Anlieger, die hier zwar eine Liegenschaft (Wohn-/Bürohaus, Geschäftslokal o. ä.), aber keine Zufahrt, sondern nur einen Zugang haben, erhalten keine dauerhafte Ausnahmegenehmigung.

• Gastronomiebetriebe mit Außer-Haus-Verkauf („Catering“)
In der Fußgängerzone gibt es verschiedene gastronomische Angebote. Einige Betriebe bieten auch einen Lieferdienst oder Bewirtungs-/Cateringservice an. Betriebe, die ausschließlich über die Fußgängerzone erschlossen sind, also keine andere Möglichkeit haben, ihre Geschäfte über umliegende Straßen zu erreichen, können ebenfalls eine dauerhafte Ausnahmegenehmigung erhalten.

• Handwerksbetriebe mit Notdienst o. ä.
Im Falle eines Notfalls im Haushalt (z. B. Wasserrohrbruch, Stromausfall, Heizungsschaden, etc.) können Handwerksbetriebe (v. a. Heizung-, Sanitär-, Elektro-, Rohrreinigungsbetriebe) die Fußgängerzone außerhalb der Lieferzeiten befahren. Dafür müssen die Unternehmen eine Ausnahmegenehmigung beantragen.

• Polizei/Feuerwehr/THW
Im Rahmen Ihrer Einsatztätigkeit dürfen Polizei und Rettungskräfte die Fußgängerzone natürlich nutzen.

• Technische Betriebe Greven/Stadtwerke
Im Rahmen Ihrer Einsatztätigkeit dürfen die Fahrzeuge der Technischen Betriebe und Stadtwerke die Fußgängerzone nutzen. Gleiches gilt auch für Unternehmen im Auftragsverhältnis.


b) Einzelgenehmigungen (gem. § 46 der Straßenverkehrsordnung)

Alle (anderen) Anlieger der Fußgängerzone in der Innenstadt haben die Möglichkeit, Einzelgenehmigungen für ein einmaliges Befahren der Fußgängerzone zu beantragen, z.B. wenn sich besondere Aktivitäten wie Umzüge, Renovierungsarbeiten oder Möbellieferungen nicht im Rahmen der Lieferzeiten (werktags 8:00 bis 11:00 Uhr) erledigen lassen.

Alle Ausnahmegenehmigungen können beim Geschäftsbereich Verkehr und Grün der Technischen Betriebe Greven beantragt werden. Die Ausnahmegenehmigungen sind gebührenpflichtig. Mit der Ausnahmegenehmigung kann ein Schlüssel zum selbstständigen Bedienen der Pollersteuerung gegen Kaution übernommen werden. Die Kaution beträgt 150,- € je Fernbedienung bzw. Schlüssel. Nach Rückgabe wird die Kaution zurückerstattet.

Ansprechpartner

Stadt Greven
Technische Betriebe Greven
Rathausstraße 6
48268 Greven

Frau Oelgeklaus (TBG Verkehr und Grün, Erteilung von Ausnahmegenehmigungen, Schlüsselvergabe)
Tel.: 02571/920-285
E-Mail: elisabeth.oelgeklausstadt-grevende

Herr Feldmann (TBG Verkehr und Grün, defekte Poller, Erteilung von Ausnahmegenehmigungen, Schlüsselvergabe)
Tel.: 02571/920-361
E-Mail: klaus.feldmannstadt-grevende

Herr Kintrup (Leiter TBG Verkehr und Grün)
Tel.: 02571/920-348
E-Mail: andre.kintrupstadt-grevende

Herr Pochert (FD 4.0 Stadtentwicklung und Umwelt, Projektbetreuung integriertes Handlungskonzept)
Tel.: 02571/920-319
E-Mail: olaf.pochertstadt-grevende

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Mit so einer Fernbedienung können die Poller auch außerhalb der Lieferzeiten in Ausnahmefällen bedient werden.
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