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Besuch von Bürgermeister Vennemeyer in der Stadt Forlì

"Grazie – Danke, dass Sie gekommen sind", dies war der einhellige Tenor auf die Rede, die der Grevener Bürgermeister Peter Vennemeyer am vergangenen Sonntag im italienischen Forlì als Ehrengast der Feierlichkeiten zum 65. Jahrestag der Befreiung Italiens von Faschismus und deutscher Besetzung am 25. April 1945 halten durfte. Die Einladung, die der Bürgermeister von Forlì, Professor Roberto Balzani, und Stadtratspräsident Paolo Ragazzini ausgesprochen hatten, war eine besondere Ehre. Nie zuvor hatte in Forlì (Region Emilia-Romagna, 120.000 Einwohner) ein Angehöriger des Landes, das Italien von 1943 bis 1945 besetzt hatte, zu diesem Anlass die Hauptrede halten dürfen.

Die Einladung war eine Reaktion auf das Grevener Bemühen, der Kriegsverbrechen zu gedenken, die 1944 durch einen heute in Greven lebenden ehemaligen Wehrmachtsoffizier in den zu Forlì gehörenden Gemeinden Branzolino und San Tomè verübt worden waren. Durch einen Prozess, der von 2006 bis 2008 dauerte und zu einer letztinstanzlichen Verurteilung des Greveners in Italien führte, war die Grevener Öffentlichkeit erstmals über die Tat informiert worden. Als Folge hatte sich Bürgermeister Vennemeyer im Namen der Stadt Greven an die Stadt Forlì gewandt und seine Bestürzung über diesen Fall zum Ausdruck gebracht. Aus diesem Anlass wurde für die Gedenkstunde für den Frieden am Volkstrauertag 2009 das Thema "Besatzung und Gewalt in Italien 1943 bis 1945" gewählt und die Ansprache von dem renommierten Historiker Dr. Carlo Gentile gehalten. Zu diesem Tag war auch der Stadtratspräsident von Forlì, Paolo Ragazzini, als Gast in Greven und zeigte sich beeindruckt von der Offenheit, dieses schwierige Thema der deutsch-italienischen Geschichte nicht zu verschweigen, sondern darüber zu sprechen.

Die Feierlichkeiten des vergangenen Sonntags in Forlì begannen mit Kranzniederlegungen zu Ehren der ermordeten Partisanen und der Kriegstoten, begleitet von hochrangigen Vertretern des politischen und sozialen Lebens der Stadt Forlì. Mehrere Hundert Menschen hatten sich zu den Feierlichkeiten auf dem Saffi-Platz, dem Hauptplatz der Stadt, eingefunden. Anschließend begrüßte Bürgermeister Balzani die Anwesenden und übergab das Wort an Peter Vennemeyer, dessen Rede Abschnitt für Abschnitt auf Italienisch übersetzt wurde. Vennemeyer bedankte sich für die Ehre, als Deutscher sprechen zu dürfen und erinnerte nochmals an die Kriegsverbrechen, die von Deutschen und in deutschem Namen in Italien während des Zweiten Weltkrieges begangen worden waren.

Sein Wunsch, an diese schmerzvolle gemeinsame Vergangenheit zu erinnern und einen gemeinsamen Weg in eine friedliche Zukunft zu suchen, wurde mit viel Applaus und "Bravo"-Rufen beantwortet. Die zahlreichen Vertreter verschiedener Partisanen- und Kriegsveteranenorganisationen äußerten sich sehr positiv auf Vennemeyers Rede. Nachmittags schlossen sich Kranzniederlegungen an den Gedenksteinen von San Tomè und Branzolino an, wo 1944 insgesamt zehn Menschen auf Befehl des in Greven lebenden Offiziers hingerichtet worden waren. Es war das erste Mal, dass die Stadt Forlì auch an diesen Orten ein offizielles Gedenken organisiert hat. Der besonderen Einladung an die Bewohner der beiden kleinen Ortschaften waren wiederum zahlreiche Menschen gefolgt, unter anderem auch Zeitzeugen, die den Hinrichtungen hatten zusehen müssen und Angehörige der Opfer. Besonders hier schüttelte Vennemeyer viele Hände und führte intensive Gespräche.

"Ein historischer Besuch", in dieser Einschätzung waren sich Bürgermeister Vennemeyer und Stadtarchivar Dr. Stefan Schröder, der die Reise begleitete, einig. Auch Kontakte zu Vertretern der Stadtspitze von Forlì gehörten zum Programm von Bürgermeister Vennemeyer. Dabei zeichneten sich zahlreiche Arbeitsfelder ab, die auch zukünftig Impulse für einen Informationsaustausch geben können, zum Beispiel Kommunalverschuldung, alternative Energien, Müllentsorgung, Flughafen oder Wirtschaftsförderung. Bürgermeister Vennemeyer und sein Amtskollege Balzani waren sich darin einig, sich bald wiederzusehen. Der gemeinsame Weg in die Zukunft bietet dafür genügend Anknüpfungspunkte.

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