April 2026 - 2. Sitzung Planungs- und Bauausschuss für den Rathausneubau (und Bibliothek)
In dieser Sitzung ging es um die Optimierung des Raumkonzeptes als Grundlage für die Vorentwurfsplanung von Rathaus und Stadtbibliothek. Die Vorlage zum Raumkonzept wurde mit einer Gegenstimme angenommen. Nun überplant das Architekturbüro LNA das Raumkonzept und wird es bis zum Sommer zur Abstimmung vorlegen.
In der Vorlage heißt es zum Thema Stadtbibliothek:
Stadtbibliothek (Vorlage Seite 5 bis 7)
Die neue Stadtbibliothek soll als offener, lebendiger und inspirierender Aufenthaltsort konzipiert werden. Leitmotiv ist dabei das „Wohnzimmer der Stadt“: Besucher*innen sollen eine wohnliche, warme Atmosphäre erleben, die zu Begegnung, Verweilen und Stöbern einlädt.
Um die Attraktivität der Bibliothek im Neubau zu steigern und die Öffnungszeiten signifikant zu erweitern, ist ein hybrides Modell vorgesehen: In derzeit 23 Wochenstunden steht das Fachpersonal für Beratung und Betrieb zur Verfügung. Ergänzend dazu sollen 50–60 Wochenstunden als unbesetzte Öffnungszeiten realisiert werden. Der Zugang soll dann automatisiert über RFID-Bibliotheksausweise erfolgen. Dieses Modell ermöglicht eine Nutzung in den Abendstunden und an Wochenenden ohne den Einsatz eines Wachdienstes.
Das Raumkonzept wurde seit Abschluss des Architektenwettbewerbs funktional präzisiert. Während die Gesamtfläche von 1.750 m² unverändert bleibt, sollen wesentliche Anpassungen vor allem in der Zuordnung von Räumen vorgenommen werden, um die Betriebsabläufe zu optimieren:
Optimierte Eingangssituation
Im Erdgeschoss der Bibliothek ist ein Eingang nach Süden sowie ein Zugang zum Foyer als Verbindung zum Rathaus vorgesehen. Eventuell ist ein weiterer Zugang direkt zum Bistro sinnvoll, dies ist entwurfsabhängig zu prüfen.
Optimierte Zonierung
Gegenüber dem ursprünglichen, sehr offenen Entwurf soll eine klare Trennung zwischen öffentlichen Bereichen, internen Zonen und extern nutzbaren Einheiten vorgenommen werden. Alle Zugänge sollen nun mittels technischer Gates in unbesetzten Zeiten sicherbar sein, ohne die Aufenthaltsqualität zu beeinträchtigen.
Erdgeschoss (Frequenzzone)
Die Kinder- und Elternbibliothek (330 m²) soll im Erdgeschoss verortet werden, um den hohen Besucherstrom und den höheren Geräuschpegel dort zu kanalisieren. Diese Nutzung wird also gegenüber der Planung im Wettbewerbsentwurf vom 1. Obergeschoss nach unten verlegt. Alle Selbstbedienungsfunktionen (Verbucher, Rückgabe, Service) sind nun zentral im Eingangsbereich gebündelt, um Abläufe zu straffen. Ein angrenzender 80 m² Multifunktionsraum dient der Bibliothek als Raum für Einführung von Klassen und Kitas, als Vorleseraum und nachmittags als Spielbereich. Ansonsten kann er extern von Gruppen gebucht werden. Im Erdgeschoss steht nur begrenzt Fläche zur Verfügung, sodass eine besonders sorgfältige Planung nötig ist, um Kinderbibliothek, Servicebereich, Multifunktionsraum, Besuchertoiletten und den Eingangsbereich als „Wohnzimmer der Stadt“ mit den Verbindungen zu Rathaus und Bistro stimmig zu gestalten.
VORLAGE (öffentlich) 95/2026 Seite 6 von 7
Vertikale Verbindung
Eine großzügige Sitztreppe soll als Bindeglied und Veranstaltungsfläche (bis zu 150 Personen) dienen. Ein bibliotheksinterner Aufzug soll beide Etagen verbinden. Da er nur intern genutzt wird, sind hier keine Sicherungsgates erforderlich, was die barrierefreie Erreichbarkeit der Medienbestände ohne Alarmstörungen sicherstellt.
1. Obergeschoss (Ruhe- und Kreativ-Zone)
Das Obergeschoss ist konzeptionell als Ort für konzentriertes Arbeiten und digitale Teilhabe angelegt. Es umfasst einen ruhigen Lern- und Arbeitsbereich mit Sachmedien, einen Romanbereich mit Lounge-Atmosphäre, einen abgetrennten Jugendbereich sowie die „Bibliothek der Dinge“. Auch im 1. Obergeschoss soll ein Servicepoint verortet werden. Auf beiden Etagen soll eine Selbstbedientheke für Getränke außerhalb der Bistrozeiten sorgen.
Makerspace
Anstelle einer offenen Werkstatt, wie im Wettbewerbsentwurf vorgesehen, soll die Ausführung als abschließbarer „Glasraum“ eine kontrollierte Nutzung während der Personalzeiten ermöglichen.
Multifunktionsräume
Die drei Multifunktionsräume (54 m², 80 m², 120 m²) sollen so geplant werden, dass sie sowohl bibliotheksintern als auch extern nutzbar sind. Durch separate Zugänge vom Verwaltungstrakt aus sollen sie unabhängig von den Bibliotheksöffnungszeiten nutzbar sein, ohne Sicherheitsauflagen zu verletzen. Die Räume sollen über ein Buchungssystem digital buchbar sein.
Interner Bereich
Die Büros, Technik, Teeküche und Personal-WCs sollen in einer internen Zone von ca. 200 m² gebündelt werden, um die internen Arbeitsabläufe der Bibliothek zu optimieren.
Wirtschaftlichkeit und Investitionssicherheit
Die neue Stadtbibliothek ist die am stärksten genutzte öffentliche Einrichtung der Stadt und damit ein entscheidender Faktor für die Attraktivität der Innenstadt. Die räumliche Ausgestaltung der Bibliothek ist maßgeblich für die langfristige Wirtschaftlichkeit. Durch die klare räumliche Struktur und die technische Sicherung der Open-Library-Bereiche kann langfristig ein wirtschaftlicher Betrieb der Bibliothek sichergestellt werden.
März 2025 - Der Architektenwettbewerb ist entschieden
Juli 2024 - Die Entscheidung für den Neubau ist gefallen
Darum freuen wir uns auf das neue Gebäude
Das aktuelle Gebäude an der Kirchstraße zu verlassen, wird uns nicht leichtfallen. Die zentrale Lage und die Atmosphäre im Haus gefällt uns und viele Besucher*innen. Aber es fehlt Platz für eine Weiterentwicklung. Bibliotheken verändern sich. Sie entwickeln sich immer mehr von einem Ausleihort zu einem Aufenthaltsort. Wer die Situation im Erdgeschoss kennt, weiß wie wenig Platz fürs Treffen, (Vor-)Lesen oder Spielen zur Verfügung steht. Familien, Kitagruppen oder Schulklassen oder einzelne Besucher*innen fehlt Raum.
Im Neubau wird es viele Lounge Möbel, Sitzgruppen, Arbeitsplätze und Spielecken geben, außerdem zusätzliche Räume, die Bürger*innen, Gruppen und Vereine nutzen können.
Zu einem WOHNZIMMER gehören auch großzügige Öffnungszeiten. Dies kann zukünftig über OPEN Library realisiert werden. Dabei wird es neben Öffnungszeiten mit Personal zusätzlich viele Stunden ohne Personal geben. Das Konzept stammt aus Skandinavien und den Niederlanden und wird gerade in vielen Bibliotheken in Deutschland übernommen.
Als Bibliothekskund*in könnten sie mittags, abends bis 22 Uhr und am Wochenende mit Ihrer Bibliothekskarte die Bibliothekstür öffnen. Dort können Sie sich aufhalten, Angebote nutzen und über die Selbstverbucher Rückgaben und Ausleihen tätigen. Wie in allen Bibliotheken erwarten wir so zum Beispiel auch sonntags nachmittags ein volles Haus.
Bis es soweit ist, wird noch einige Zeit vergehen. Mit einer Eröffnung ist erst in einigen Jahren zu rechnen.
Bis dahin ist noch viel Zeit, Wünsche zu äußern und die neue Bibliothek so zu planen, dass sie wirklich zu einem Wohnzimmer vieler Grevener*innen wird. Helfen Sie uns mit Ihren Ideen!
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Bildnachweise
- Stadt Greven
- Stadtbibliothek

