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Teenitus lädt zum Internationalen Kochduell

Sonntag, 21. August 2011 ab 14 Uhr

Sie wollen etwas ändern. Wollen anders wahrgenommen werden. Etwas, gegen ihr schlechtes Image tun. Zehn Grevener Jugendliche haben deshalb zum internationalen "Kochduell" am nächsten Sonntag, 21. August, geladen – mitten auf dem Marktplatz. Promis sind auch dabei.

Es sind Serben, Kosovaren und Deutsche, allesamt zwischen 15 und 18 Jahren, die sich zur Gruppe "Teenitus" zusammengeschlossen und ihren Mittelpunkt häufig genug in der Karderie gefunden haben. Gruppen wie sie gibt es in Greven mehrere. Da sind Türken, da sind Russen. Trifft man aber aufeinander, geht man sich eher aus dem Weg. Überschneidungen gibt es wenige, obwohl selbst Teenitus ja eigentlich eine bunt gemischte Clique ist.

"Wir wollen das Miteinander verbessern", sagt da Daniel. Also hat er einfach mal dem "ZDF tivi" eine Bewerbung um den "Goldenen Tabaluga" geschickt, gleichermaßen von der Idee berichtet, mit einem zentralen Kochduell den Dialog zwischen Deutschen und Einwanderern fördern zu wollen.

Das klingt erwachsen. Zum vereinbarten Pressetermin allerdings kommt der Großteil der Gruppe deutlich verspätet und nicht ganz ausgeschlafen. Es sind halt junge Leute. Und dass die etwas bewegen wollen, ist daher wohl um so höher zu bewerten. Rund 400 Hilfsprojekte wurden deutschlandweit zur Tabaluga-Bewerbung eingereicht, Teenitus ist eines der letzten vier. Die Jugendlichen werden nun von einem Fernsehteam begleitet, das die Projektfortschritte dokumentiert.

Höhepunkt der TV-Aktivitäten dürfte am nächsten Sonntag der große Wettbewerb auf dem Marktplatz sein, den das THW Greven mit Herdplatten, Strom und Zelten entscheidend unterstützt. Schnitzel mit Bratkartoffeln, ein usbekischer Reistopf, dazu serbische Pide und noch etwas mehr: Die Jugendlichen haben sich ihre Menüliste für das Kochduell bereits zusammen gestellt. Gut so. Schließlich sitzt in der Jury nicht irgendwer: Bürgermeister Peter Vennemeyer wird dann zwischen 14 und 19 Uhr verköstigt. Neben ihm und Georg Dodt sitzt schließlich noch Promi-Koch Nelson Müller. Und moderiert wird die Veranstaltung von Sänger wie Schauspieler Ben. Klar, dass sich die Jugendlichen da vor den Kameras gut präsentieren wollen. Aber eben nicht nur.

"Uns ist egal, welcher Promi kommt. Hauptsache, viele Grevener sind da und schauen uns zu", sagt Daniel. Schließlich gilt es, eben die zu überzeugen. Nicht etwa vom geschmacklichen Hochgenuss, sondern von sich, von Grevens Jugend. "Mitbewerber" werden allerdings auch noch benötigt. Junge und ältere Leute, die mit Teenitus in gemischten Gruppen gemeinsam Spezialitäten der Welt kochen. "Dafür haben wir schon bei anderen Cliquen Werbung gemacht", sagt Kristina. 

400 Euro zur Deckung der Kosten für Lebens- und Werbemittel haben die Jugendlichen über eine Spendenseite im Internet beisammen. Auf "betterplace.org" gibt es Unterstützer, Spendendosen beim Bürgermeister und in der Bibliothek füllen sich überdies. Ein gutes Gefühl. Schließlich zeigt es, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund in dieser Stadt doch ein so schlechtes Image nicht haben können – und man trotz unterschiedlicher Herkunft viel Spaß mitund füreinander haben kann.

 

Text und Foto: Marc Geschonke
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Grevener Zeitung

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Daniel, Dominic, Kristina, Elzon und Sevgin (v.l.) kochen am Wochenende mitten auf dem Marktplatz. (Foto: Marc Geschonke, Grevener Zeitung)
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