Greven seit 1918
| Greven 1918 bis in die Gegenwart | |
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| 1918-1950 |
Greven 1918-1950 Diese Phase der Ortsgeschichte ist wissenschaftlich aufgearbeitet und in überarbeiteter Form im Buchhandel erhältlich:
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| 1925/26 | Entstehung der Siedlung Reckenfeld durch Umbau der früheren Munitionsschuppen. |
| 1933 | Die Kommunalwahlen bringen der NSDAP im Amt Greven 12,6% der Stimmen, in den Gemeinden schwankt ihr Stimmenanteil zwischen 10% in der Gemeinde Greven-Dorf und 20% in der Gemeinde Greven links der Ems. In Gimbte und Greven rechts der Ems war die NSDAP nicht vertreten. Mehrheitlich hatten die Wähler verschiedene, vor allem christliche, dem katholischen Zentrum nahestehende Listen gewählt. Bis die Deutsche Gemeindeordnung von 1935 die Gemeinderäte entmachtete und durch Nationalsozialisten ersetzte, hatten die Nationalsozialisten in den Gemeinderäten und der Amtsvertretung jedoch schon durch Kompetenzbeschneidung und Ämterverzicht ihrer Gegner an Einfluss gewonnen. |
| Sommer 1935 |
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| 20.3.1939 |
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| 14.8.1942 | Zwei polnische Zwangsarbeiter werden in den Bockholter Bergen zur Abschreckung vor den Augen anderer Zwangsarbeiter erhängt. Einem der beiden wurde verbotener Umgang mit einer deutschen Frau vorgeworfen, worauf nach den damaligen rassistischen Vorschriften die Todesstrafe stand. Während des 2. Weltkrieges arbeiteten in Greven insgesamt mehr als 1700 ausländische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter anfangs in der Landwirtschaft, später auch in Industrie, Handwerk, Handel und Gewerbe. |
| 1.8.1943 | Bischof Clemens August Graf von Galen, nationalkonservative Symbolfigur des katholischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus, besucht Greven und wird von der Bevölkerung begeistert empfangen. Die katholische Kirche war zur damaligen Zeit jedoch von den Nationalsozialisten schon weitgehend aus dem öffentlichen Leben zurückgedrängt worden. Auch einige Grevener Geistliche wurden verfolgt und in Konzentrationslager gesteckt. |
| 8.2.1945 | Ein alliierter Luftangriff trifft wegen schlechter Sicht statt des Dortmund-Ems-Kanals vor allem das Grevener Nordviertel. Dieser Angriff tötete 10 und verletzte 16 Personen. Mehr als 100 Gebäude, darunter 3 Industriebetriebe, wurden beschädigt. |
| 1945-1949/50 | Räumung des Grevener Nordviertels und der Blöcke A und B in Reckenfeld für zeitweise über 9000 Displaced Persons durch die Alliierten. Mit dieser Hilfsmaßnahme für Opfer des Nationalsozialismus entstand für mehr als 1000 Grevener Familien große Wohnungsnot. Nach der Verkleinerung des Grevener DP-Lagers ab 1947 lebten viele Grevener und DPs nebeneinander. Kontakte waren jedoch selten und meist oberflächlich. Als das Reckenfelder Lager im Dezember 1949 und das Grevener Lager Anfang 1950 aufgelöst wurden, waren seine Bewohner entweder in ihre Heimatländer (Polen, Sowjetunion u.a.) zurückgebracht worden, oder hatten im westlichen Ausland (USA, Kanada, Australien u.a.) eine neue Heimat gefunden. Nur wenige blieben in Deutschland. |
| Februar 1946 | Katastrophales Hochwasser der Ems mit einem Pegelstand von 9,17 m in Greven. Das Dorf westlich des Kirchbergs war davon vollständig betroffen. Diese Wasserhöhe zeigt noch heute eine alte Pegelmarke, die am heutigen Rathaus (an der Seite zum Winninghoffpättken) befestigt ist. |
| 31.12.1949 | "Sambaverbot" Verbot des Sambatanzens durch die Amtsverwaltung, das kurz darauf wegen juristischer Mängel aufgehoben werden musste und mit dem sich die junge Stadt Greven (der Innenminister hatte der Stadtwerdung bereits am 22.11.1949 zugestimmt) der westdeutschen Öffentlichkeit gleich ins Gedächtnis brachte. Wer mehr über das Sambaverbot erfahren möchte, kann sich hier die gelungenen Seiten des Gymnasium Augustinianum ansehen. |
| 22.1.1950 | Überreichung der Urkunde über die Stadtrechte an die Gemeinde Greven-Dorf (dieser Link öffnet ein neues Fenster mit der Urkunde (Größe: 72 k)). Die von Stadtdirektor Dr. Drost im August 1949 veröffentlichte Denkschrift zur Frage der Stadtwerdung der Gemeinde Greven-Dorf wurde also sehr schnell akzeptiert und umgesetzt. Die Stadt bekommt auch ihr neues und heute noch gültiges Wappen.
Erfahren Sie mehr über Dr. Drost und die Stadtdirektoren Grevens auf unserer Seite Die Stadtdirektoren Grevens Mehr über die Wappen in Grevens Geschichte erfahren Sie auf der Seite Eine kleine Wappenkunde |
| 1951-1955 | Emsregulierung und Eindeichung als Schutz vor Wiederholung einer Hochwasserkatastrophe wie 1946 werden in Angriff genommen. Durch den neuen Emsverlauf gewinnt die Stadt große Flächen, die für eine künftige Bebauung genutzt werden können. Damit hat sich der Verlauf der Ems seit dem 19. Jahrhundert durch verschiedenste Begradigungsmaßnahmen radikal gewandelt. |
| 10.8.1952 | Zusammenschluss ("Wiedervereinigung") der Stadt mit den Gemeinden Greven rechts der Ems und Greven links der Ems. Wieder hatte Stadtdirektor Dr. Drost mit einer Denkschrift vom August 1950 die Argumente für diesen Schritt geliefert. Nicht unwichtiges Argument war das geringe Steueraufkommen in den Gemeinden Greven rechts und Greven links der Ems. |
| 15.5.1954 | Auflösung des Amtsverbandes, weil er nur noch aus den nach Fläche (8 bzw. 135 qkm) und Einwohnerzahlen (650 bzw. 21000) völlig ungleichen Gemeinden Gimbte und Stadt Greven bestand. Das Amt wurde durch eine Verwaltungsgemeinschaft von Gimbte mit der Stadt Greven ersetzt. |
| 1958 | Der erste Teil der Westumgehung zwischen der Schöneflieth-Brücke und der Molkerei-Kreuzung (Nordwalder Straße) wird freigegeben. |
| 1.1.1964 | Ein kleiner Teil Reckenfelds, bislang Nordwalde zugehörig, wird nach Greven umgemeindet. |
| 1964 | Die Fluglinienverbindung Hannover-Greven-Düsseldorf ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum heutigen Münster-Osnabrück International Airport. 1966 entsteht die "Flughafen Münster/Osnabrück GmbH", die 1972 den FMO offiziell eröffnet. Die lange Vorgeschichte des Flughafens beginnt in den 1930er Jahren mit einem Segelfluggelände. |
| 1968 |
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| 1973 | Einweihung des neuen Rathauses, die eine jahrelange Aufteilung der städtischen Verwaltung auf sechs Gebäude beendet. Mit der Martinuskirche bildet das Rathaus einen markanten Punkt der Grevener "Skyline". |
| 1975 | Die seit 1966 diskutierte Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen führt 1975 zur Auflösung des Landkreises Münster. Greven gehört fortan zum vergrößerten Kreis Steinfurt. Die Verwaltungsgemeinschaft mit Gimbte wird durch Eingemeindung in die Stadt Greven beendet. |
| 1976 -1988 | Mit der Stadtkernsanierung wechselt Grevens Innenstadt endgültig das Gesicht. Aus der Hauptdurchfahrtsstraße wird 1986 eine Fußgängerzone, der Verkehr wird über neue Straßen um das Zentrum geleitet und der Abriß markanter alter Häuser und Neubau moderner Häuser sorgt auch in der Innenstadt für städtisches Flair. Der dörfliche Ursprung läßt sich dennoch weiterhin erahnen. Der fußläufige Bereich in der Innenstadt schafft ein angenehmes Einkaufsklima. |
| 1986 | Der Flughafen Münster-Osnabrück (FMO) wird offiziell internationaler Verkehrsflughafen. In den folgenden Jahren steigen die Fluggastzahlen rapide an. |
| 1993-1995 | Der Bau eines neuen Terminals am Flughafen Münster-Osnabrück ist eine Reaktion auf die Erfolgsbilanz der vergangenen Jahre und markiert eine neue Epoche der Flughafengeschichte. |
| 1995 | Wahl des ersten hauptamtlichen Bürgermeisters Rudolf Steingrube (SPD) durch den Rat der Stadt Greven. Damit ist die von der britischen Besatzungsmacht 1946 eingeführte Doppelspitze von ehrenamtlichem Bürgermeister und hauptamtlichem Stadtdirektor als Verwaltungschef Geschichte. |
| 1999 | Bei der Kommunalwahl im September entscheidet die Bürgerschaft erstmals direkt über den Bürgermeister. Gewählt wird Egon Koling (CDU). |
| 2000 | Der 50. Stadtgeburtstag wird angemessen gefeiert. Beteiligt ist eine große Zahl von Vereinen, Verbänden und Bürgern. Die Eröffnung des Ballenlagers als erster großer städtischer Kulturstätte im historischen Ambiente eines Textilindustriegebäudes ist eine Bereicherung für die Stadt. |
| 2001 | Die Eröffnung der neuen Abflughalle markiert einen weiteren Abschnitt in der Erfolgsgeschichte des Münster-Osnabrück International Airport. |
| 2007 | Der Umbau der Grevener Baumwollspinnerei (GBS) vom 1993 geschlossenen Textilbetrieb zum Kulturzentrum endet mit der Fertigstellung des dritten Bauabschnitts und der offiziellen Eröffnung. Das Kulturzentrum GBS besteht aus dem Ballenlager, der Kulturschmiede, dem Kesselhaus und der Karderie und beherbergt die Musikschule, die Volkshochschule, das Jugendcafé im Kesselhaus, das GSJ Veranstaltungs- und Projekthaus, die Lebenshilfe und die Beschäftigungsinitiative in Greven GmbH (BIG). |
| Quelle: Stadtarchiv Greven | |
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Letzte Änderung: 04.06.2007 (Andrea Rauße-Rüther)
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