Von den Anfängen bis zur Französischen Revolution
| Greven 8.000 vor Christus bis 1779 | |
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| ca. 8000 - 5000 v. Chr. | Archäologische Funde weisen schon für jene Zeit Spuren menschlichen Lebens entlang der Ems nach. Eine Pfeilspitze aus Feuerstein vom Ende der Eiszeit deutet auf nomadische Jäger hin. Mikrolithen (Kleine Steine) aus der mittleren Steinzeit zeigen, dass diese Jäger dieses Gebiet häufiger durchstreift haben. |
| ca. 4500-2000 v. Chr. | Funde aus der jüngeren Steinzeit deuten darauf hin, dass kleine Gruppen von Menschen in diesem Raum sesshaft wurden. |
| ca. 2000-800 v. Chr. | Bronzezeit. Aus dieser Zeit stammen ein Hügelgrab in Hüttrup und einige weitere kleine Funde. |
| ca. 800-50 v. Chr. | Vorrömische Eisenzeit. Reste von Gebäuden konnten durch Bodenverfärbungen nachgewiesen werden, außerdem Scherbenfunde aus Keramik. |
| ca. 50 v. Chr. - Christi Geburt | Aus dieser Zeit stammen Bruchstücke zweier gläserner Armreifen, von denen bisher in Westfalen nur sieben gefunden wurden. |
| 0 - 375 n. Chr. | Gefäßfragmente aus der römischen Kaiserzeit zeigen, dass auch zu jener Zeit Menschen auf Grevener Gebiet gelebt haben müssen. |
| ca. 500 - 800 | In der Sachsenzeit haben verschiedene bäuerliche Siedlungen existiert. Vermutlich reichen die Anfänge der Bauerschaft Aldrup ("Alathorpe" =altes Dorf) in jene Zeit zurück. Ein Beispiel für die damalige Bebauung zeigt der rekonstruierte Sachsenhof an der Bundesstraße 219 in der Bauerschaft Pentrup. |
| ca. 800 | Kirchgründungen durch den friesischen Missionar und ersten Bischof von Münster, Liudger, sehr wahrscheinlich auch in Greven. Die Kirche St. Martinus entstand als Mittelpunkt einer fränkischen Neusiedlung am Endpunkt der Emsschifffahrt aus zwei altsächsischen Nachbarschaften. U.a. die Namensgebung der Kirche nach dem besonders im Frankenreich hoch verehrten St. Martin deutet auf diese Gründungszeit der Grevener Kirche hin. |
| ca. 900 | Erste Nennung Grevens als "Grevaon" im Werdener Urbar, dem Güterverzeichnis eines Klosters im Süden der heutigen Stadt Essen. Grevaon, "bei den Gräben", bezeichnet vermutlich die zahlreichen vor- und frühgeschichtlichen Emsarme in diesem Gebiet. Die im Werdener Urbar genannten Bauern Frethuward, Bolo und Northeri sind die ältesten uns bekannten Namen von "Grevenern". |
| ca. 900-1200 | Es existierte eine ländliche mittelalterliche Siedlung, deren Reste 1997-1999 im Gebiet des heutigen Gewerbegebietes Wentrup-Ost ausgegraben wurden. |
| 1137 | Älteste bekannte Erwähnung des Dorfes Greven in einer Urkunde des Bischofs Wernher von Münster, in der dieser durch Schenkungen an beide Domkirchen Münsters Vorkehrungen dafür trifft, dass nach seinem Tod für sein Seelenheil durch Gebetsgedenken ("memoria") gesorgt wird. In der Urkunde wird für das Dorf mit Namen Greven ("... in villa que nomen Greven habet...") eine Beitragssumme zu den Schenkungen von fünf Schillingen ("solidos") festgelegt. ![]() |
| ca. 1200 |
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| 1241 | In der Kirche zu Greven wird ein Erbstreit der Edlen von Steinfurt im Beisein der Bischöfe von Münster und Osnabrück sowie zahlreicher Grafen und weiterer hoher geistlicher und weltlicher Würdenträger geschlichtet. Dieses und andere Treffen hoher Herren zeigt, dass Greven damals nicht völlig unbedeutend gewesen sein kann. |
| 1257 | Erste urkundliche Erwähnung der Burg Schöneflieth als Beiname des Ritters Dietrich von Schönebeck, einem mächtigen Dienstmann des Bischofs von Münster. Ihm unterstanden 15 Kirchspiele, u.a. auch Greven und Gimbte. 1269 gibt er in einer Urkunde das "castellum dictum Sconenvlete" (Burg genannt Schöneflieth) als seinen Wohnort an. |
| 1275/76 | Zerstörung der Burg Schöneflieth durch den Bischof von Münster, Eberhard von Diest, vermutlich wegen Raubritterei Dietrichs von Schönebeck. Durch Abgabe seiner Lehen ist Dietrich wirtschaftlich nicht mehr in der Lage, die Burg wieder auf zu bauen. |
| 1287 | Bestrebungen der Bischöfe von Münster ab ca. 1200, die wichtigsten Orte ihres Hoheitsbereiches zu sichern, führten in Greven als Endpunkt der Emsschifffahrt zur Errichtung eines Marktes, vermutlich im Dorf. Für das Jahr 1287 ist er erstmalig sicher nachzuweisen. Er wurde jedoch nicht zur Dauereinrichtung und damit zur Keimzelle städtischen Lebens, sondern fand später einmal jährlich statt. |
| ca. 1335-1370 | Wiedererrichtung der vergrößerten Burg Schöneflieth an gleicher Stelle durch das Domkapitel Münster. Sie erlangte durch ihre verkehrsgünstige Lage an der Ems, ihre Zolleinnahmen und als Zufluchtsort der münsterischen Domherren in unruhigen Zeiten enorme Wichtigkeit. |
| ca. 1400 | Eine Zollrolle (Abgabenregister in Rollenform) legt "bruggenghelt" (Brückengeld) für den Unterhalt der Schönefliether Brücke fest und belegt erstmals deren Existenz. |
| 1403 | Beiläufige Erwähnung des Grevener Marktes, dessen Termin schon damals der Montag nach Bartholomäus (25. August) war. |
| 1453 | Erster bekannter Brand des Dorfes. Während der münsterischen Stiftsfehde wurde das Dorf von Anhängern des Bischofskandidaten Walram von Moers niedergebrannt. Damals stritten zeitweilig vier Kandidaten um das Bischofsamt in Münster. |
| 1498/99 | Aus einem Verzeichnis aller Steuerpflichtigen, dem Schatzungsregister des Stiftes Münster, kann die Einwohnerzahl des Dorfes Greven auf ca. 200 Menschen geschätzt werden. Sie lebten in ca. 30 Häusern rund um die Kirche. |
| 1582 |
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| 1589 | Ein schwerer Überfall auf den Grevener Markt durch niederländische Reiter, bei dem Verluste von über 30.000 Reichstalern protokolliert werden, schmälerte seinen guten Ruf im ganzen Münsterland. |
| 1618-1648 | Mit dem Dreißigjährigen Krieg endete die wirtschaftliche Blütezeit des Dorfes. Den durchziehenden Truppen der widerstreitenden Parteien war das ungesicherte Dorf schutzlos ausgeliefert. An jede neu eintreffende Truppe mussten jeweils Abgaben entrichtet, Nahrung und Wertgegenstände abgeliefert werden. Zusätzliche Plünderungen gingen häufig mit Brandschatzungen und Gewalt einher, bei der nicht wenige Dorfbewohner umkamen. Die Pest dezimierte in den Jahren 1633, 1635 und 1636 die Bevölkerung zusätzlich. |
| 3.8.1623 | Auf der Flucht vor den Truppen seines kaiserlichen Widersachers General Tilly plündern die Soldaten des Herzogs Christian von Braunschweig das Dorf und stecken die ohnehin nur noch wenigen unbeschädigten Häuser Grevens in Brand. Tillys Truppen treffen am 4. August ein, ziehen dem Braunschweiger am 5. August hinterher und fügen ihm in der bekannten Schlacht bei Stadtlohn eine schwere Niederlage zu. |
| 16.10.1642 | Während der schwersten Einquartierung wurde Greven durch Truppen des Herzogs von Sachsen-Weimar total ausgeplündert und in Brand gesteckt. Noch 1656 war der Turm der Martini-Kirche eine Ruine. |
| 25.2.1655 | Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen schließt mit den Bürgern seiner Landeshauptstadt Münster auf der Burg Schöneflieth wegen Streitigkeiten um die Autonomie der Stadt gegenüber der fürstbischöflichen Herrschaft den sog. "Schöneflieth'schen Vergleich". Dieser währt allerdings nicht lange und endet 1661 mit der Unterwerfung der Stadt Münster unter die Hoheit des Fürstbischofs. |
| 1655-1683 | Bei fünf großen Bränden (1655, 1668, 1674, 1679, 1683) werden weite Teile des Dorfes zerstört. |
| 1676 | Der Blutgang (rote Ruhr), eine gefährliche Seuche, fordert viele Opfer. |
| 1698 | Eine schwere Missernte hat eine Hungerzeit und hohe Getreidepreise zur Folge. |
| 1724/25 | Bau des Max-Clemens-Kanals von Münster nach Maxhafen bei Wettringen, veranlasst durch den Kölner Kurfürsten und späteren münsterischen Bischof Clemens August. Ursprünglich war eine Anbindung an das niederländische Wasserstraßennetz geplant. Das ehrgeizige Projekt konnte zwar nie den hohen Erwartungen gerecht werden, hat aber die Emsschifffahrt und damit den Grevener Handel bis Ende des 18. Jahrhunderts stark zurückgedrängt. Der noch heute gut sichtbare Max-Clemens-Kanal durchzieht das Stadtgebiet Grevens im Westen. |
| 1778 | Der Abbruch des Turms auf der Vorburg verdeutlicht den Verfall der Burg Schöneflieth. Überschwemmungen der Ems trugen dazu ebenso bei wie die Vernachlässigung durch die domherrschaftlichen Pächter. Die Ruine der Burg wurde schließlich 1812 bis auf die Grundmauern abgetragen und zum Teil für Ausbesserungsarbeiten an der Martinikirche verwendet. |
| 1799 |
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| Quelle: Stadtarchiv Greven | |
Letzte Änderung: 15.08.2006 (Andrea Rauße-Rüther)
