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Das waren Grevens Stadtdirektoren

Bis 1995 lenkten sie in Greven die Geschicke der Verwaltung: Grevens Stadtdirektoren. Erst mit der Reform der Gemeindeordnung wurde die sogenannte "kommunale Doppelspitze", bestehend aus den Bürgermeistern als Repräsentanten der Stadt und Vorsitzende des Rates sowie den Stadtdirektoren als Verwaltungschefs abgeschafft.

1995 wurde mit Rudolf Steingrube in Greven der erste hauptamtliche Bürgermeister in sein Amt eingeführt, der beide Ämter in einer Person vereinte. Er war damit einer der ersten hautpamtlichen Bürgermeister in Nordrhein-Westfalen überhaupt. Damit endete in Greven zugleich die Ära der Stadtdirektoren.


Johannes Berlage (Foto: Stadtarchiv Greven)

Johannes Berlage (1883 - 1967), Amtsdirektor 16.2.1946 - 31.12.1948

Mehr Informationen über  Johannes Berlage erhalten Sie auf der Seite "Grevens Bürgermeister".

 

 

 


Dr. Leo Drost (Foto: Stadtarchiv Greven)

Dr. Leo Drost (1896 - 1975), Amtsdirektor 18.2.1949 - 15.5.1954, Stadtdirektor von Greven 22.1.1950 - 30.6.1961, Gemeindedirektor von Gimbte 15.5.1954 - 30.6.1961

Dr. Leo Drost, gebürtig aus Altona, kam erst 1949 nach Greven, wo er einstimmig als Amtsdirektor gewählt worden war. Zuvor hatte er eine 30jährige Verwaltungslaufbahn hinter sich gebracht, zuletzt als stellvertretender Stadtdirektor in Paderborn. 1945 hatte Dr. Drost die CDU in Eisenach/Thüringen mitbegründet. Mit diesem erfahrenen Verwaltungsbeamten hatte das Amt Greven eine Persönlichkeit gewonnen, die sich sofort den dringenden Problemen der Amtsgemeinden stellte, aber auch gestalterisch tätig wurde. Vor allem seine in Paderborn gesammelten Erfahrungen im Wohnungswesen wurden in Greven wegen der Wohnungsnot dringend benötigt. Daneben entsprang der Antrag auf Stadtwerdung der Gemeinde Greven-Dorf seiner Initiative, obwohl Dr. Drost bedacht war, bescheiden im Hintergrund zu wirken. Die weitere Entwicklung des Amtes Greven nach Stadtwerdung der Gemeinde Greven-Dorf bestimmte er insofern mit, als die Zusammenlegung der drei Grevener Gemeinden 1952 und die Auflösung des Amtsverbandes 1954 maßgeblich auf seine Antragsbegründungen zurückzuführen sind. Mit der von ihm angeregten, damals neuartigen Verwaltungsgemeinschaft zwischen der Stadt Greven und der Gemeinde Gimbte wurde er auch ehrenamtlicher Gemeindedirektor in Gimbte, was er bis zu seiner Pensionierung blieb. Die besonders von Bürgermeister Minnebusch geförderten Wohnungs- und Schulbauten setzte die Verwaltung unter seiner Leitung ebenso um wie die Emsbegradigung, -eindeichung und die zentrale Wasserversorgung durch das Wasserwerk. Mit der Vorplanung und Aufstellung des städtebaulichen Leitplanes aus dem Jahr 1952 fielen die wesentlichen Entwicklungen in der Stadt Greven unter seine Verantwortung. Nach seiner Pensionierung 1961 blieb Dr. Drost bis zu seinem Tod 1975 in Greven.


Dr. Paul Werra (Foto: Stadtarchiv Greven)

Dr. Paul Werra (1924 - 1967), Stadtdirektor von Greven und Gemeindedirektor von Gimbte 1.8.1961 - 24.3.1967

Der in Arnsberg geborene Paul Werra hatte nach seinem Jurastudium und seiner Promotion 1957 verschiedene Stellen in der Verwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen inne, bevor er sich 1961 auf die Stelle als Stadtdirektor in Greven in der Nachfolge von Dr. Leo Drost bewarb. Seine Berufserfahrung umfasste zum damaligen Zeitpunkt schon alle wichtigen Verwaltungsbereiche, so dass sein Wunsch nach einer verantwortlichen leitenden Stelle in der kommunalen Selbstverwaltung eine logische Folge war. Nach seiner erfolgreichen Vorstellung in der Ratssitzung am 16.5.1961 wurde er vom Rat mit großer Mehrheit gewählt. Zum 1.8.1961 trat er sein Amt an. Gleichzeitig wurde er ehrenamtlicher Gemeindedirektor in Gimbte, da diese Gemeinde mit der Stadt Greven seit 1954 in einer Verwaltungsgemeinschaft stand und von dieser mitbetreut wurde. Es war ihm jedoch nur wenige Jahrevergönnt, die Entwicklung der Stadt mitzugestalten, denn am 24.3.1967 verstarb Dr. Werra durch einen tragischen Verkehrsunfall auf dem Schiffahrter Damm. Die Nachrufe in den Regionalzeitungen weisen auf seine Leistungen hin und erwähnen seine Initiative für den „Zweckverband für Abwasserbeseitigung", dessen Folge die Errichtung der heute stillgelegten Kläranlage Am Diekpohl war. Auf dem Schulsektor erwirkte er Neubauten verschiedener Volksschulen und die Errichtung einer Realschule. Die Fertigstellung einer Dreifachturnhalle (Emssporthalle) und der Erweiterung des Gymnasiums erlebte er nicht mehr. Gelobt wurde sein Einsatz für die Lösung der Entwässerungsprobleme im Ortsteil Reckenfeld, der begonnene Neubau des Freibades Schöneflieth und seine Planungen zur Stadtkernsanierung, die dann erst sein Nachfolger, Dr. Bernhard Schneider, weiter verfolgen konnte. Auch die Freilichtbühne Reckenfeld verlor einen wichtigen Förderer.


Dr. Bernhard Schneider (Foto: Stadtarchiv Greven)

Dr. Bernhard Schneider (geb. 1934), Stadtdirektor 11.9.1967 - 30.6.1986 und Gemeindedirektor von Gimbte 11.9.1967 - 31.12.1974

 

 

 

 


Klaus-Friedrich Peters (Foto: Stadtarchiv Greven)

Klaus-Friedrich Peters (geb. 1942), Stadtdirektor 23.7.1986 - 23.7.1994

 

 

 


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