Das Kulturzentrum in der ehemaligen Grevener Baumwollspinnerei (GBS)
Kunst und Kultur in Ballenlager, Kulturschmiede und Kesselhaus
Wo sich früher Baumwollballen stapelten, wird heute konzertiert, gejazzt oder gefeiert: In der historischen Kulisse des Ballenlagers lassen sich renommierte Künstler mit größerem Publikum ebenso gern blicken wie Lokalmatadore und Schützenkönige. Denn in dem sorgsam renovierten ehemaligen Industriegebäude gehen Geschichte und High Tech eine gelungene Symbiose ein, die von Künstlern und Publikum gleichermaßen geschätzt wird.
Im August 1998 ging die 1993 stillgelegte Grevener Baumwollspinnerei als Kulturzentrum GBS wieder in Betrieb. Zunächst hielten Bildung, Kultur & Co. Einzug in das ehemalige Verwaltungsgebäude. Mit der Kulturschmiede steht dort auch ein Veranstaltungsraum mit ganz besonderer Atmosphäre zur Verfügung.
Im Dezember 2000 öffnete Grevens größter und kultigster Veranstalltungsraum, das Ballenlager, seine Türen.
Seit dem Dezember 2003 steht das Kesselhaus wieder unter Dampf. Musikschule und VHS haben dort eine neue Heimat gefunden und mit dem Jugendcafé im Kesselhaus geht endlich ein langgehegter Wunsch nach einem Treffpunkt für junge Menschen in der Innenstadt in Erfüllung.
Im März 2007 wurde schließlich als letzter Teil des Gebäudeensembles die Karderie neu eröffnet. Das GSJ Veranstaltungs- und Projekthaus und die Musikschule haben hier neue Räumlichkeiten gefunden. Mit dem Umzug des GSJ erweitert sich das bisher schon sehr gute Zusammenspiel von Bildung und Kultur um einen neuen, zentralen Standort für die Kinder- und Jugendarbeit in Greven.
Ballenlager, Kulturschmiede, Karderie, Kesselhauscafé, mehrere Seminarräume und der große historische Innenhof des Kulturzentrums - einzeln oder in Kombination, hier können unterschiedlichste Wünsche nach Veranstaltungen, Tagungen, Konzerten und vielem mehr in besonderem Ambiente verwirklicht werden.
Technik vom Feinsten: Das Equipment in Ballenlager und Kulturschmiede
Von der Industriebrache zum Kulturzentrum
Die knapp hundert Jahre alten Mauern der Grevener Baumwollspinnerei stehen für ein Stück Grevener Geschichte. Die Fabrikanlage am ursprünglichen Flusslauf der Ems erinnert an die Blütezeit der Textilindustrie, die Greven bis ins 20. Jahrhundert prägte. Das Ballenlager trägt die Handschrift des Stuttgarter Architekten und Baurats Philipp Manz, der damals für seine funktionale Industriearchitektur europaweit bekannt war.
Zwei Jahre dauerte es, bis das ehemalige Ballenlager sich in eine Veranstaltungshalle verwandelt hatte. Es galt, das Gebäude als Industriedenkmal zu erhalten und gleichzeitig so multifunktional wie möglich zu gestalten. So wurde der Dachstuhl komplett erneuert und mit einer Schalldämmung versehen. Die Mauerkronen der Außenwände wurden neu fixiert, da das Mauerwerk im oberen Drittel instabil geworden war. Insgesamt wurden 16.000 Meter Elektrokabel mit 150 Kilowatt Leistung und 400 Tonnen Pflastersteine, hauptsächlich "recycled" aus der alten Bepflasterung, eingebaut. Zusätzliche Anbauten heben sich in Form und Fassade bewusst deutlich von der alten Bausubstanz ab.
Ohne ihre Unterstützung wäre es nicht gegangen
Dass ein solch ehrgeiziges Projekt überhaupt realsiert werden kann, bedarf des Engagements sehr vieler Menschen und Institutionen. Ohne die tatkräftige finanzielle Unterstützung der Landesministerien für "Wirtschaft und Arbeit" und "Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport" sowie der Bundesanstalt für Arbeit würde es das Kulturzentrum GBS in Greven nicht geben.
Allen Helfern, Unterstützern und Förderern des Projekts gilt unser herzlicher Dank.Weitere Artikel
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Grundriss des Ballenlagers
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Grundriss der Kulturschmiede
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Letzte Änderung: 08.05.2007 (Andrea Rauße-Rüther)